Terminator, Skynet, die Zukunft und wie sich Realität und Fiktion annähern

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Die Menschen haben schon immer von ihrer Zukunft geträumt und wie sie wohl aussehen würde. Manche sahen riesige Metropolen, in denen die Menschen ein sorgenfreies Leben führen können, Andere gingen eher davon aus, dass die Menschheit von Seuchen dahin gerafft wird und wieder Andere glaubten an einen Exodus der Menschheit, zu anderen Planeten. Es gibt viele Fiktionen, die man getrost als unmöglich, unwahrscheinlich oder absurd bezeichnen kann. Es gibt aber auch die anderen …

Ich stamme aus den Anfängen der 70er, kann mich also recht gut an die 80er erinnern. Ich weiß noch sehr gut, wie gierig ich auf jede Art von Information war, die mit der Erforschung des Universums zu tun hatte, mit der Raumfahrt und allen anderen Dingen, die irgendwie damit zu tun hatten. Das war auch die Zeit, zu der die ersten Homecomputer auf den Markt kamen und gleichzeitig auch erschwinglich waren. Mein allererster eigener Computer war ein Commodore C116 mit Datasette. Ich weiß noch, als ob es gestern war, wie mir meine Mutter das Geld in Hand gedrückt hat, damit ich das Gerät bei Allkauf, wo es im Angebot war, kaufen konnte. Ich musste mit dem Fahrrad die 6 Kilometer fahren, weil beide Eltern arbeiten mussten.Ich bin wohl nie wieder so schnell mit einem Fahrrad unterwegs gewesen wie an diesem Tag.

Aber wie jeder andere Junge in diesem Alter, habe ich natürlich auch äußerst gerne Filme gesehen. Und schnell hat sich für mich heraus gestellt, dass Science-Fiction mein favorisiertes Genre war, und bis heute geblieben ist. An viele Filme aus den 80ern kann ich mich bis heute noch sehr gut erinnern, an wenige ganz besonders gut. Aber einer, der stach ganz besonders heraus und nimmt bis heute einen ganz besonderen Platz in meinem Langzeitspeicher ein: Terminator.

1985 war es, wenn ich mich nicht irre, als der Terminator (Arnold Schwarzenegger, dessen Fan ich bis heute bin), aus der Zukunft kam, um, im Auftrag von Maschinen, Sarah J. Connor (Linda Hamilton), die Mutter des gefährlichsten Feindes der Maschinen, zu töten. Halt so eine Art rückwirkende Abtreibung, wenn man so will.

Der Film erzählt eine interessante Geschichte. Skynet, ein von Menschen geschaffenes, militärisches Computersystem, vermutet, nachdem es ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat, in seinen Schöpfern einen Feind. Aus Furcht um seine Existenz, löst Skynet im Jahr 2029 einen Atomkrieg aus, der die Menschheit auslöschen soll. Dass das nicht zu 100 Prozent klappen kann, ist eigentlich klar. Es gibt auf jeden Fall noch genug Menschen, die danach einen Guerillakrieg gegen die Maschinen führen. Unter der Führung von Sarah Connors Sohn, John Connor (wird im ersten Teil nur als Name erwähnt), steht die Menschheit kurz vor einem entscheidenden Schlag gegen die Maschinen.

Diese wissen sich nur zu wehren, indem sie einen Terminator, Modell T800 (Arnold Schwarzenegger), in die Vergangenheit schicken, um die Mutter von John Conner noch vor dessen Geburt zu töten, so dass John Connor niemals existiert. Das geht, Dank des menschlichen Gegenspielers Kyle Reese (Michael Biehn), der mit der eroberten Zeitmaschine ebenfalls in die Vergangenheit geschickt wird, gründlich schief. Zum Glück. Denn das war die Grundlage für die zahlreichen Fortsetzungen, die unter Anderem dafür sorgten, dass die Geschichte weiter gesponnen und mit vielen Details verfeinert wurde.

Und genau diese Geschichte von den intelligenten Maschinen ist es, die mich nachdenklich macht, wenn ich sie mit unserer Gegenwart und dem aktuellen Stand der Entwicklung vergleiche.
Aus meiner damaligen Sicht, als der erste Terminator 1985 in die deutschen Kinos kam, war das die totale Science Fiction und undenkbar, das so etwas jemals passieren kann. Humanoid gestaltete Maschinen, intelligent, die, einem programmierten Ziel folgend, eigene Entscheidungen treffen und sich dabei unbemerkt zwischen uns bewegen können. Und weil´s so schön ist, machen wir sie auch noch fast unzerstörbar. Richtig, so weit sind wir dann doch noch nicht. Aber wie weit weg sind wir denn davon noch?

Forschung und Entwicklung haben schon so Einiges erreicht. Ein Blick auf so bekannte Beispiele wie Asimo aus dem Hause Honda zeigt, dass Maschinen immerhin schon laufen können, wenn auch noch ohne die Entscheidungsfreiheit, wohin sie denn laufen. Auch Google scheint ein wachsendes Interesse an der Robotik zu haben, wenn man den 2013 erfolgten Kauf der Firma Boston Dynamics betrachtet. Als Ergebnis läuft die aktuelle Version von Googles 1,90 Meter großen Roboter Atlas kabellos durch die Gegend und tut, was WIR von ihm wollen.

Es ist aber nicht nur die Geschichte vom Terminator, die eine düstere Zukunft der Menschheit unter der Knechtschaft der Maschinen erzählt. Auch die Wachowski Brüder haben mit ihrer Matrix Trilogie dieses Thema aufgegriffen. Und auch dort nimmt es mit der Menschheit kein wirklich gutes Ende.
Mir persönlich hat das Ende übrigens gaaar nicht gefallen.

Es ist die Häufigkeit, mit der die Vision einer Herrschaft von Maschinen erzählt wird, gepaart mit dem aktuellen und immer weiter fortschreitenden Entwicklungsstand unserer Technik (oder auch umgekehrt), die so Manchen zum Nachdenken bringt. So oft schon gab es in der Literatur Visionen, die belächelt und als völlig unmöglich abgetan wurden. Viele Autoren, wie z.B. Jules Verne (Reise um den Mond), Isaac Asimov (I, Robot), Arthur C. Clarke (Odyssee im Weltraum) wurden, in ihrer eigenen Zeit, nicht immer richtig ernst genommen. Bis heute ist aber schon so Einiges aus ihren Romanen wahr geworden und und man wäre auf dem Holzweg, wenn man heute auch noch über jede Zukunftsvision lächeln würde. Die Vergangenheit sollte uns da Besseres lehren.

Natürlich behaupte ich nicht, Schriftsteller würden unsere Zukunft mit ihren Visionen formen oder dass sie sogar Hellseher sind. So benebelt bin ich dann auch nicht. Aber jeden Tag kann man erleben, dass die Gegenwart wieder ein Stück Science Fiction eingeholt hat und zur Realität hat werden lassen.

Skynet ist da ein Paradebeispiel. Im Film wird erzählt, in Teil 3 „Rebellion der Maschinen (Rise of the Machines)“ war es wohl, dass Skynet praktisch nicht zerstört werden kann, weil es aus vielen, miteinander vernetzten Computern besteht und keinen eigentlichen Kern hat, den man abschalten könnte. Hmmmm, wem kommt da nicht der Vergleich mit unserem heute existierenden Internet in den Sinn???
Skynet war ein nicht gewolltes Zufallsprodukt, eine unerwünschte Nebenwirkung eines Virus bzw. Trojaners, der dem Militär mal wieder einen gewissen Vorsprung bringen sollte. Doch die Geister, die man rief, wurde man dann nicht mehr los. Das „Ding“ entwickelte ganz fix eine böse Eigendynamik.

Das Netz haben wir, Schad- und Schnüffelsoftware gibt es auch massenhaft. An dieser Stelle sei die neugierigste mir bekannte Organisation, die NSA, mal „lobend“ erwähnt. Militärisch oder auch geheimdienstlich motivierte Forschung hat schon seit jeher die innovativsten Entwicklungen hervor gebracht. Angst vor Feinden und der unbändige Wunsch, diesem immer ein Schritt voraus zu sein, macht äußerst erfinderisch. Wen würde es denn da wundern, wenn tatsächlich in naher Zukunft eine Software entwickelt würde, Schnüffelsoftware wäre es dann wahrscheinlich, die, einmal ins Netz entlassen, völlig selbständig agieren und Informationen beschaffen soll. Sie müsste „intelligent“ genug sein, um z.B. Sicherheitssperren erkennen und überwinden zu können, auch, wenn es sich um bis dahin unbekannte Sperren handelt.
Sie muss selbst erkennen können, welche Informationen wichtig sind und welche ignoriert werden können, auch, wenn es sich um bis dahin völlig unbekannte Informationen handelt.
Diese Liste der Eigenschaften, die eine solche Software besitzen müsste, kann man noch beliebig erweitern und jeder normale Mensch wird beim Lesen dieser Liste denken, dass es schon einer gewissen Intelligenz bedarf, um all diese Aufgaben erledigen zu können.
Und was dann, wenn diese Software intelligent genug wäre, ihre Programmierung und damit auch ihre Fähigkeiten und ihre Intelligenz selbst zu erweitern? Ausreichend Rechenleistung dürfte ja vorhanden sein, mit den X-Millionen  Rechnern, die sich über den gesamten Globus verteilen.

Viele, die diesen Artikel lesen und sich ein wenig in der Welt der Informatik auskennen, werden vielleicht den Kopf schütteln und meine Gedanken als unmöglich abtun. Das ist absolut O.K.. Ich bin selbst nicht ganz unbefleckt, was das Wissen um unsere computerisierte Welt angeht. Und auch ich kann nicht behaupten, dass ich davon überzeugt bin, dass ein solches Szenario tatsächlich irgendwann mal eintritt. Ich halte es aber auch nicht für gänzlich ausgeschlossen..
Überzeugt bin ich aber davon, dass Maschinen mit einer künstlichen Intelligenz und einem eigenen Bewusstsein nicht mehr so sehr lange auf sich warten lassen. Es gibt genug Forscher, Wissenschaftler, Ingenieure und Entwickler, die Tag und Nacht damit verbringen, meinen vorherigen Satz wahr werden zu lassen. Und was dann passiert, das wissen wohl nur die Maschinen …

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